„Pointierte Analyse“

Das Interesse an unserem Buch wächst erfreulich. Bei Amazon sind wir in der Kategorie „Politik & Geschichte“ derzeit auf Platz 3, unmittelbar neben dem neuen Buch des kürzlich verstorbenen Peter Scholl-Latour. Die ersten Leserrezensionen auf Amazon fallen positiv aus.

Oliver Völckers etwa meint:

„Wer sich über die einseitige Ausrichtung der Massenmedien bei uns ebenso ärgert wie über Politiker, die leichtfertig eskalieren und in Kategorien von Feindbildern denken, lese dieses Buch. Mitunter wird Mathias Bröckers vorgeworfen, er würde Verschwörungstheorien verbreiten. Zumindest in diesem Buch (seine anderen kenne ich nicht) bezieht sich der Autor ausschließlich auf öffentlich zugängliche und seriöse Quellen. Seine Argumentation ist solide, auch wenn dieses Pamphlet mit Schwung über die Heuchler herzieht. Fazit: Aktuell, spannend zu lesen, mit außergewöhnlichen Standpunkten. Eine Pflichtlektüre für alle, die jetzt über die Ukraine-Krise, EU und NATO mitreden wollen.“

Leser „Sirob“ schreibt:

„Wer die Ukraine-Krise mit der Lupe eines kritischen Geistes, also im Sinne der wahren Aufklärung verstehen will, der soll hier zugreifen und das hier Gesagte mit dem kontrastieren, was er sonst überall findet. Eine Dialektik zwischen Bröckers und dem ‚Mainstream‘ dient der Wahrheitsfindung und letztlich dem Frieden!“

Und Falk Müller ergänzt:

„Das Buch ist keineswegs nur eine eine Putin-Verehrung wie man nach dem Titel vermuten könnte. Denn dass auch Russland etwa in der Ukraine knallharte wirtschaftliche und politische Interessen verfolgt, stellen auch die Autoren nicht in Frage. Was sie aber in Frage stellen ist die Schwarz-Weiss-Sicht des Westens auf den Konflikt in der Ukraine. (…) Fazit: Ein nützliches Buch für Leser, die die täglichen Meldungen aus der Ukraine, aber auch aus anderen Krisengebieten wie dem Irak oder Syrien besser verstehen und einordnen möchten. Und die vielleicht durch das Buch ein Gefühl dafür bekommen, dass die Wahrheit immer zwei Seiten hat.“

„Eine überfällige Provokation“

SWR2, das öffentlich-rechtliche Kulturradio für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, hat unser Buch heute rezensiert und meint:

„Das gut recherchierte und stilistisch elegante Buch ist zweifellos eine Provokation – allerdings eine notwendige, überfällige Provokation, die vielleicht dazu beiträgt, die hiesige Ukraine-Debatte zu öffnen und, auf längere Sicht, zu versachlichen.“

Der Rezensent Ulrich Teusch, der in seiner Besprechung insbesondere unsere Kritik an der Medienberichterstattung zur Ukraine lobt, ist selbst Preisträger des Roman-Herzog-Medienpreises 2013.

Zur vollständigen Rezension hier.

„Wir sind immer die Guten“

„Ohne Frage haben sich auf dem Maidan absolut berechtigte Proteste gegen eine korrupte, kleptokratische Regierung artikuliert, aber diese Proteste wurden nicht nur von außen gefördert und finanziert – was vielleicht noch vertretbar wäre. Sie wurden auch „gehijackt“, von Scharfschützen, deren Massenmord bis heute nicht aufgeklärt ist, sowie von rechtsradikalen Milizen, die einen gewaltsamen Putsch herbeiführten. Das ist das klassische Muster der „regime changes“, wie sie die CIA seit Jahrzehnten überall auf der Welt inszeniert. Dabei geht es nie um Demokratie, sondern stets um ökonomische und militärische Interessen, den Austausch eines „unfreundlichen“ Regimes gegen ein „freundliches“, so wie jetzt bei dem Oligarchen-Wechsel in Kiew.“

Aus einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung

Gespräch mit der „Stimme Russlands“

„Die im Titel erhaltene Prise Ironie gilt nach dem Autorenkonzept den Mainstream-Medien, die eine einseitige Schwarz-Weiß-Berichterstattung pflegen. Mathias Bröckers und Paul Schreyer bringen mit ihrem Buch eine alternative Darstellung der Ereignisse und somit ein nicht übliches Bild von Putin zum Tragen. Mathias Bröckers über die Guten und die Bösen im heutigen politischen Kontext.“

Auszug und Podcast eines Gespräch mit  Marina Piminowa in der Literatursendung der „Stimme Russlands“. 

„Wir sind immer die Guten“

Ein Interview ist heute in der „Frankfurter Rundschau“ erschienen. Marcus Kloeckner fragte u.a. nach dem Anlass und dem Titel des Buchs:

Und warum nun das Buch? Und vor allem der Titel: „Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“?

Wir, der Westen, sind immer die Guten, weil wir Freiheit, Demokratie und Menschenrechte auf unsere Fahnen schreiben, wenn wir Krieg führen. Wir sind auch immer unschuldig, wenn wir dabei Länder besetzen, Städte zerstören, Zivilisten ermorden, Menschen foltern usw. – das sind „Kollateralschäden“, die wir zwar anrichten aber nicht beabsichtigen. Das tun nur die Bösen, Leute wie Putin, die nur aus reiner Machtgier handeln, wenn sie etwa Zivilflugzeuge vom Himmel holen, ohne einen Schuss abzugeben, aber es ist klar dass sie es waren. Weil sie die Bösen sind. Dem Publikum einen solchen Schwarz-Weiß-Film, ein „Blame Game“ auf Kindergartenniveau vorzuführen und es als Realität zu verkaufen, das ist die grundlegende Manipulation, der wir derzeit durch die Medien ausgesetzt sind. Und die auch dafür sorgt, dass die Suche nach einem etwas differenzierteren Verständnis denunziert und Russland-, oder Putinversteher zum Schimpfwort wird. Wo jedoch nicht mehr analysiert werden darf, da herrscht Ideologie, wo Verstehen verboten wird, regieren Glaubensbekenntnisse. Da mache ich nicht mit und bin deshalb bekennender „Putinversteher“.

Das ganze Interview hier.

Sehnsucht nach dem starken Mann?

Unser Kollege Tomasz Konicz hat sich im Magazin Telepolis kritisch mit unserem Buch auseinandergesetzt.

Sein Text basiert dabei auf einer Reihe von Unterstellungen, die aus unserer Sicht zu Fehlinterpretationen führen. Wir haben Herrn Konicz bereits persönlich darauf hingewiesen, bislang ohne weitere Reaktion seinerseits. Im Folgenden ein paar Zitate aus seiner Analyse, ergänzt jeweils um einen Kommentar von Paul Schreyer:

1. „Was hier offensichtlich durchschimmert, ist die – notdürftig durch eine halbherzige und zutiefst opportunistische Ironie kaschierte – Sehnsucht nach dem starken Mann, nach dem genialen ‚Macher‘, der durch hartes Zupacken endlich Ordnung schafft im gegenwärtig um sich greifenden Chaos.“

Kommentar: Hier „schimmert“ nichts durch – sondern die zitierte Stelle aus unserem Buch IST Ironie – ob man die nun als solche erkennen will, oder nicht.

2. „Dass der Politikbetrieb im Zeitalter der Postdemokratie weltweit zu einer bloßen Inszenierung verkommt, wird von den Autoren einfach hingenommen, ohne es auch nur zu hinterfragen.“

Kommentar: Falsch.

3. „Die Kritik der Autoren an diesem westlichen ‚Menschenrechtsimperialismus‘ verwirft somit zugleich die paar universalen Menschenrechte, die der Spätkapitalismus uns zumindest offiziell noch zugesteht.“

Kommentar: Weshalb „somit“? Wo sind die Belege?

4. „Wir wissen nun: Der deutsche Putinfan wünscht sich von der Politik vor allem gute Showeinlagen und hält Menschenrechte für eine kulturelle Marotte des ‚Westens‘.“

Kommentar: Was „wir“ nun vor allem „wissen“, ist, dass eine Aneinanderreihung von beleglosen Unterstellungen in der Summe noch kein Argument ergibt.

5. „Damit erübrigt sich die Einteilung der Akteure dieses neoimperialen ‚Great Game‘ in Gut und Böse, wie sie von den westlichen Massenmedien wie auch von den Autoren – trotz gegenteiliger Beteuerungen – in vertauschten Rollen vorgenommen wird. Eine schlichte Umkehrung der westlichen Propaganda, die aus Putin einen verschlagenen Bösewicht macht, kommt der Realität dieser neoimperialen geopolitischen Auseinandersetzung nicht näher.“

Kommentar: … weswegen Sie von den Autoren – entgegen der Unterstellung – so auch nicht vorgenommen wird. Die Kritik zielt auf einen Pappkameraden.

6. „(…) Alexander Dugin (…), der einen erzreaktionären Kulturalismus predigt und gemeinsam mit Mathias Bröckers die Menschenrechte für ‚westliche Wertvorstellungen‘ hält.“

Kommentar: Richtig wäre (bezogen nicht auf Dugin, sondern auf uns als Autoren): „(…) die Propagierung eines ‚Menschenrechtsbellizismus‘ für eine Pervertierung westlicher Wertvorstellungen hält.“

7. „Es reicht, Bröckers und Schreyers affirmative Darstellung der autoritären Maßnahmen zu lesen, mit denen Putin die Russische Föderation stabilisierte, um die Aktualität einer solchen Krisenpolitik zu begreifen: (…)“

Kommentar: Aus dem sich daran anschließenden Auszug aus unserem Buch wird aber vor allem klar, dass hier weniger „Bröckers und Schreyer“ affirmativ sind, als vor allem, Zitat, „die große Mehrheit der russischen Bevölkerung“.

8. „Da der Kapitalismus offensichtlich keine Freiheit bringt, entsorgen die Autoren den Begriff der Freiheit, die durch ’sozialen Niedergang‘ gekennzeichnet gewesen sein soll. Offensichtlich wird hier um Verständnis für eine autoritäre Krisenpolitik geworben.“

Kommentar: Nein, wird es nicht. Das ist eine freihändig konstruierte Schlussfolgerung. Etwas mehr Differenzierung wäre nett.

Fazit: Die Autoren sind gespannt, ob der Koniczsche „Spin“, uns eine „Sehnsucht nach dem starken Mann“ zu unterstellen, nun von weiteren Rezensenten aufgegriffen wird – oder ob es vielleicht doch noch zu einer ehrlicheren und produktiveren Debatte unserer Thesen kommt.